100% Erfolgsquote: In 2025 haben wir alle uns anvertrauten Mandate besetzt!

Eigentlich ist doch klar, wen wir suchen. Warum eine klare Stellenbeschreibung noch kein klares Rollenbild ist

Eine Stellenbeschreibung kann präzise sein und trotzdem die entscheidende Frage offenlassen: Wofür braucht das Unternehmen diese Person eigentlich? Warum ein gemeinsames Rollenbild die Grundlage erfolgreicher Personalsuche bildet.
Geschäftsführung und HR diskutieren Stellenbeschreibung und Rollenbild

Eigentlich hätte die Suche beginnen können.

Die Position war beschrieben, Aufgaben und Anforderungen waren abgestimmt. Auf dem Papier gab es wenig Anlass, noch einmal grundsätzlich über die Stelle zu sprechen.

Und trotzdem passierte im gemeinsamen Gespräch etwas, das wir bei unseren Suchaufträgen immer wieder erleben. Je konkreter wir über die zukünftige Aufgabe, die Verantwortung und die Erwartungen an die neue Person sprachen, desto weniger ging es um die vorhandene Stellenbeschreibung. Es ging um eine andere Frage:

Wofür braucht das Unternehmen diese Person eigentlich?

Dabei rückten einzelne Aufgaben und Qualifikationen zunehmend in den Hintergrund. Es ging darum, was diese Person im Unternehmen bewirken soll. Welche Verantwortung sie übernehmen muss. Welche Veränderung mit ihrer Besetzung verbunden ist.

Anschließend wurde sichtbar: Gesucht wurde nicht einfach die nächste Person für eine bestehende Funktion. Gesucht wurde jemand, der künftig eine Verantwortung übernehmen sollte, die sich aus der bisherigen Stellenbeschreibung so noch gar nicht ablesen ließ.

Die Stellenbeschreibung war deshalb nicht falsch, sie beantwortete nur eine andere Frage.

Eine Stellenbezeichnung beschreibt, was jemand ist. Ein belastbares Rollenbild beschreibt, wofür jemand gebraucht wird.

Wenn eine klare Stellenbeschreibung trotzdem zu einer unpräzisen Suche führt

Stellenbeschreibungen haben eine wichtige Funktion. Sie schaffen Struktur. Sie beschreiben Aufgaben, Anforderungen, Verantwortlichkeiten und organisatorische Zuordnungen.

Gerade bei bestehenden Positionen haben sie jedoch eine natürliche Eigenschaft: Sie beschreiben häufig sehr gut, was bisher gebraucht wurde.

Recruiting richtet sich dagegen auf die Zukunft: Soll die neue Person tatsächlich genau das fortführen, was ihre Vorgängerin oder ihr Vorgänger getan hat? Oder hat sich das Unternehmen inzwischen verändert? Sind neue Märkte hinzugekommen? Andere Technologien? Neue Erwartungen von Kundinnen und Kunden? Andere Schnittstellen? Eine veränderte Führungsaufgabe?

Vielleicht braucht ein Unternehmen heute gar nicht die bestmögliche Kopie der bisherigen Stelleninhaberin oder des bisherigen Stelleninhabers. Vielleicht braucht es jemanden, der die Rolle weiterentwickelt.

Genau deshalb kann eine fachlich vollkommen korrekte Stellenbeschreibung trotzdem Ausgangspunkt einer unpräzisen Suche sein. Nicht weil darin falsche Anforderungen stehen, sondern weil noch nicht geklärt wurde, welche davon für die zukünftige Aufgabe tatsächlich entscheidend sind.

Der Kandidatenmarkt wird zum Realitätstest

Interessant wird es häufig in dem Moment, in dem aus Anforderungen konkrete Menschen werden. Ein Kandidat erfüllt nahezu jedes Kriterium des Stellenprofils und überzeugt trotzdem nicht. Ein anderer bringt vielleicht nicht die erwartete Branchenbiografie mit. Dafür hat er bereits genau die Veränderung gestaltet, vor der das Unternehmen heute steht. Ein dritter verfügt über die gesuchte Führungserfahrung, aber nicht über jede fachliche Einzelqualifikation.

Und plötzlich beginnen Diskussionen: Was ist wirklich unverzichtbar? Welche Erfahrung brauchen wir tatsächlich? Was kann jemand lernen? Welche Kompetenz lässt sich nicht durch einen Haken im Anforderungsprofil erfassen?

Genau an dieser Stelle wird Recruiting interessant: Denn erst an konkreten Kandidatinnen und Kandidaten zeigt sich, welche der abstrakten Anforderungen tatsächlich entscheidend sind. Dann reicht es nicht mehr, dass alle einem Stellenprofil grundsätzlich zustimmen. Dann muss entschieden werden, was für den Erfolg in dieser Rolle tatsächlich zählt.

Schon im Juli haben wir beschrieben, dass Recruiting Probleme häufig nicht verursacht, sondern sichtbar macht (Eigentlich hatten wir das längst beschlossen. Warum Unternehmen manche Entscheidungen immer wieder treffen – Personalberatung expertalis).

Heute lässt sich dieser Gedanke noch präziser formulieren:

Was zunächst wie ein Recruitingproblem aussieht, beginnt manchmal deutlich früher.

Ein Unternehmen hat zwar eine Position benannt. Die dahinterliegende Rolle ist zwischen Geschäftsführung, Fachbereich und HR aber noch nicht vollständig geklärt.

Drei Menschen können dieselbe Stelle meinen und trotzdem etwas anderes suchen.

Genau darin liegt eine der interessantesten Beobachtungen aus unserer Arbeit. Die Geschäftsführung betrachtet eine Position möglicherweise aus der Unternehmensentwicklung heraus. Der Fachbereich denkt an die konkreten Aufgaben, Probleme und Anforderungen des Tagesgeschäfts. HR betrachtet Qualifikationen, Verantwortlichkeiten, Eingruppierung und die Übersetzung in einen professionellen Recruitingprozess.

Keine dieser Perspektiven ist falsch. Aber sie sind auch nicht automatisch identisch. Alle können deshalb demselben Stellenprofil zustimmen und trotzdem unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was die neue Person später erfolgreich machen soll.

Solange über eine Stellenbeschreibung gesprochen wird, fällt dieser Unterschied möglicherweise kaum auf. Erst ein konkretes Kandidatenprofil macht ihn sichtbar: Die Geschäftsführung findet die Person spannend. Der Fachbereich vermisst eine bestimmte Erfahrung. HR stellt fest, dass genau diese Anforderung im ursprünglichen Profil gar nicht als zwingend definiert war.

Und schon wird aus einer Kandidatendiskussion eine Rollendiskussion. Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb Suchprozesse manchmal komplizierter werden, obwohl der Kandidatenmarkt gar nicht das eigentliche Problem ist.

Deshalb beginnt Recruiting für uns früher

Bei expertalis beginnt ein Suchauftrag deshalb nicht mit der Frage: Wo finden wir passende Kandidatinnen und Kandidaten?

Am Anfang steht eine andere: Wofür braucht das Unternehmen diese Person eigentlich?

Welche Verantwortung soll sie übernehmen? Was soll durch ihre Arbeit anders werden? Welche Erfahrungen braucht sie dafür tatsächlich? Welche Anforderungen ergeben sich aus der zukünftigen Aufgabe und welche lediglich aus der bisherigen Stellenbeschreibung?

Und woran würden wir zwölf Monate nach der Besetzung erkennen, dass die Entscheidung richtig war?

Diese Klärung braucht Zeit. Unklarheit braucht später meist mehr. Denn jede Unklarheit, die am Anfang bestehen bleibt, begegnet einem später wieder. In der Direktansprache. Bei der Auswahl. Im Interview. Bei der Diskussion über Kandidatinnen und Kandidaten. Und spätestens bei der Entscheidung.

Deshalb folgt bei uns jeder weitere Schritt demselben Rollenverständnis:

Aus dem Rollenbild entsteht das Stellenprofil.

Aus dem Rollenbild entsteht die Direktansprache.

Aus dem Rollenbild entstehen die Fragen im Interview und die Kriterien für die Kandidatenbewertung.

Bis zur Präsentation beim Kunden folgt jeder Schritt derselben inhaltlichen Logik.

Eine Stellenanzeige kann nur so präzise sein wie das Rollenverständnis, aus dem sie entstanden ist. Und eine Suche kann nur so konsequent sein wie die Klarheit, mit der dieses Rollenverständnis durch den gesamten Prozess geführt wird.

Unser Blick als Headhunter

Seit vielen Jahren begleiten wir mittelständische Unternehmen bei der Besetzung anspruchsvoller Fach- und Führungspositionen. Dabei haben wir eines gelernt:

Die Qualität einer Suche entscheidet sich nicht erst daran, wie viele Kandidatinnen und Kandidaten gefunden werden. Sie entscheidet sich bereits daran, wonach überhaupt gesucht wird.

2025 haben wir sämtliche uns anvertrauten Positionen erfolgreich besetzt. Auch 2026 liegt unsere Besetzungsquote bislang bei 100 Prozent. Diese Verlässlichkeit beginnt für uns nicht mit Research, Datenbanken oder dem ersten Kandidatenkontakt.

Sie beginnt mit Klarheit.

Nicht nur darüber, wer gesucht wird, sondern darüber, wofür.

Vier Perspektiven und eine 360° Betrachtung

Ein belastbares Rollenbild entsteht nicht aus einer einzigen Verantwortungsperspektive.

In unseren vier Leitfäden betrachten wir deshalb, was Rollenklarheit für jede dieser Verantwortungsperspektiven konkret bedeutet.

Unsere 360° Betrachtung führt die vier Perspektiven anschließend wieder zusammen.

Denn am Ende ist eine Stellenbeschreibung nur ein Dokument. Entscheidend ist, ob Geschäftsführung, Fachbereich und HR dasselbe meinen, wenn sie sagen:

Eigentlich ist doch klar, wen wir suchen.

Der expertalis Newsletter

Von uns erhalten Sie maßgeschneiderte Impulse und kreative Handlungsempfehlungen, die Sie dabei unterstützen, aktuelle Herausforderungen zu meistern und die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens/Fachbereiches zu sichern.

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten

Wir freuen uns darauf, mit Ihnen über Ihre Herausforderungen bei der Kandidat*innenfindung zu sprechen!